Boooooom… Da war sie wieder…

die Enttäuschung!

Jeder kennt das Gefühl und fast jeder von uns wurde im Laufe seines Lebens damit bereits konfrontiert. Egal wie sehr man sich anstrengt, Enttäuschungen lassen sich nicht vermeiden …

… oder?

Es kommt zumindest darauf an, wie man mit ihnen umgeht. Enttäuschungen entstehen durch unerfüllte Erwartungshaltungen an Personen oder Ereignisse im persönlichen Umfeld, aber letztendlich in uns selbst. Je höher wir also unsere Forderungen an andere Menschen, an bestimmte Situationen oder sogar an uns selbst setzen, desto größer fallen dementsprechend die Enttäuschungen aus, wenn diese Idealvostellungen nicht erfüllt werden (können).

Was bedeutet es eigentlich „enttäuscht zu sein“?

In erster Linie ist man sicherlich traurig oder frustriert über etwas, weswegen man enttäuscht wurde. Aber auch Gefühle wie Unzufriedenheit, Hilflosigkeit, Wut oder manchmal sogar Angst können zusammen mit einer Enttäuschung auftreten. All diese Erscheinungen und Empfindungen bedeuten zusätzlichen emotionalen Stress und führen im Zweifel sogar noch weiter in die Frustration.

Jeder von Euch kennt bestimmt dieses unangenehme Gefühl der Enttäuschung. Wenn die Frage nach dem „Warum?“ keine Antwort findet oder man über einen längeren Zeitraum immer und immer wieder darüber nachdenken muss. Wenn das ewige Nachdenken einen nur noch trauriger oder wütender macht und man durch die Frage „Was wäre gewesen, wenn…“ nur noch stärker enttäuscht zu sein scheint.

An der Tatsache als solche kann man in der Regel nichts mehr ändern.

Aber wie geht man denn am besten mit dem Gefühl der Enttäuschung um?

Ein erster wichtiger Punkt ist die Akzeptanz. Man kann traurig darüber sein, dass etwas nicht so gelaufen ist, wie man es sich gewünscht hat. Und dazu hat man auch sein gutes Recht. Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen oder eben auch Enttäuschungen gehören zum Leben. Im Prinzip enttäuscht uns nicht das Leben selbst, sondern die Menschen die darin eine Rolle spielen. Und diese lassen sich nunmal nicht willkürlich steuern oder beeinflussen. Deshalb ist das – doch eher negative Gefühl – eine angemessene Reaktion, an der man in den meisten Fällen nichts ändern kann. Diesen Aspekt zu akzeptieren und die erfahrene Enttäuschung hinzunehmen, hilft dabei schneller wieder in die Normalität zu gelangen.

Immerhin muss die Person, von der man enttäuscht wurde, dies gar nicht bewusst mitbekommen haben. Manchmal sind Punkte, die für den einen ein völlig normales Verhalten sind, für den anderen verletzend oder kränkend. Deshalb ist es auch wichtig die Chance der Enttäuschung zu nutzen, und mit der betroffenen Person zu reden. Letztendlich kann diese Person auch nicht immer wissen, welche Anforderungen man insgeheim an sie gestellt hat und somit auch nicht bewusst daraufhin handeln.

Und zusätzlich sollte man das Gefühl der Enttäuschung auch persönlich als Motivation für die Zukunft nutzen.

Sich selbst oder seine Ansprüche zu hinterfragen kann dabei sehr hilfreich sein. Natürlich ist die Enttäuschung ein Zeichen dafür, dass Wünsche oder Ziele nicht eingetreten sind. Aber vielleicht waren diese Ziele auch einfach nur zu hoch gesteckt und führen zwangsläufig zur Enttäuschung. Eine zweite Meinung kann dabei manchmal schon helfen die eigene Perspektive zu bewerten oder aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Und dabei wären wir wieder beim Thema „Gesprächsuche“! Wie bei jedem anderen Gefühl kann auch bei Enttäuschungen das Aussprechen der Gedanken helfen, die eigene Sichtweise zu beleuchten. Es klingt verrückt, aber manchmal nehmen wir ausgesprochene Aussagen anders wahr, als nur in unserem Kopf. Und durch direktes feedback einer dritten Person kann durchaus eine zweite Meinung entstehen, die das Gefühl der Enttäuschung abschwächt, oder ganz vergessen lässt.

Man hat also selbst in der Hand, wann und wie stark der Rückschlag eintreffen kann!

Jedoch soll das Ziel nicht sein, allen Enttäuschungen immer und überall aus dem Weg zu gehen. Das Handeln anderer lässt sich nicht immer ohne Kompromisse ändern. Und seine eigenen Vorstellungen oder Wünsche aufzugeben um eine Verletzung zu meiden macht leider auch keinen Sinn. Es geht auch nicht darum sich selbst zurück zu nehmen oder das Vertrauen in andere zu verlieren um Problemen auszuweichen. Vielmehr zu versuchen aus Enttäuschungen zu lernen und stärker zu werden. Sie zu akzeptieren und zu nutzen um mit der nächsten besser umzugehen und diese leichter hinzunehmen.

Das Leben ist so schon zu kurz und zu kompliziert, als mit Frust über andere noch mehr zusätzliche Zeit zu verschwenden.

Ich selber weiß wovon ich rede. Noch immer verliere ich aber nicht den Glauben an eine Besserung und halte an meinen Vorstellungen und Wünschen fest. Noch immer habe ich die Hoffnung, dass meine Erwartungen erfüllt werden. Und noch immer werde ich tagtäglich von den selben Personen enttäuscht. Enttäuschungen lassen sich nicht vermeiden, aber ich weiß mittlerweile damit umzugehen und meinen eigenen Nutzen daraus zu ziehen.

Jeder Fehler kann nur ein einziges Mal gemacht werden! Beim zweiten Mal ist es kein Fehler mehr, sondern eine bewusste Entscheidung!

🙂

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