Bis der Vorhang fällt...

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Bis der Vorhang fällt...

​Das ganze Leben scheint für mich manchmal wie ein Theaterstück zu sein.

Ein Schauspiel in dem man allen anderen gerecht werden will und dafür letztendlich nur das tut, was von einem erwartet wird.

Und diese Rolle versuche ich in der Regel auch so gut es geht zu spielen. Wie eine Marionette auf der Bühne, die ihre Handlungsabläufe bis zur Perfektion präsentieren kann und selbst nur ausführt, ohne eigene Emotionen zuzulassen. Aber ganz bewusst mit dem Risiko umgeht, dass die Maske irgendwann fallen kann oder das Kartenhaus in sich zusammenbricht.

Der Sinn des Lebens scheint für mich manchmal darin zu bestehen, eine reine Fanatsie nur im Kopf zu leben. Träume zu haben aber diese hinter der Bühne zu belassen. Backstage einen Kampf auszufechten bei dem Gedanken und Gefühle gegen Worte und Taten kämpfen und einen Krieg zu führen in dem doch einiges auf der Stecke bleibt. Diesen aber auf der Bühne hinter einem lächelnden Gesicht zu verstecken.

Was bedeutet es ein Leben zu leben, wo nichts wirklich ist wie es scheint?

In dem man Tage mit Angst und Nächte mit Gedanken verbringt und nur die Hoffnung hat eines Tages, den Vorhang mit Applaus schließen zu können. Immer mit Kompromissen zu leben und intensive Gefühle oder Gedanken zu begraben. Die perfekte Rolle einzunehmen in dem einstudierte und gespielte Taten zur Routine werden. Ein Leben in dem man fast nie sagt oder macht, was man wirklich meint und will. Ein Leben in dem Verwirrung oder die eigene Meinung schon fast ein Verbrechen darstellt. Und wenn man diese versucht zu äußern, man mit dem Feuer spielt und gleichzeitig auf einer dünnen Eis-Schicht tanzt in der Hoffnung den Boden nicht zu berühren.

Doch was passiert, wenn die Musik in dem Theaterstück zwischendrin einfach aufhört zu spielen? Habe ich dann überhaupt noch eine eigene Geschichte? Einen eigenen Sinn abseits des Skriptes?

So genau kann ich das gar nicht sagen. Also mache ich weiter. Baue meine Rolle weiter aus. Feile an meiner Maske und tanze weiter, wie es von mir verlangt wird.

Ganz egal was hinter der Bühne passiert.

Und schreibe nebenbei mein eigenes Skript. In der Hoffnung, auf der eigenen Bühne meine eigene Geschichte erzählen zu können. Ohne Fäden, die mich bestimmen und mir vorgeben, wie ich mich zu verhalten habe, damit andere zufrieden sind.

Vielleicht wird dieses Stück dann nur halb so viele Zuschauer haben und kleinere unbedeutende Szenen beinhalten. Aber immerhin weiß ich dann, dass diese umso wichtiger für mich selbst sind.

Wenn das Leben wirklich nur ein reines Theater ist, dann nehme ich mir zumindest selbst eine Rolle, die mir gefällt.

🙂

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