Regionales aus ChemnitzStadtteilmagazin BISS

Lehmann’s Kaufmannsladen – Ein Stück Tradition geht bald verloren

1996 erfüllte sich das Ehepaar Lehmann den Traum vom eigenen kleinen Kaufmannsladen im Chemnitzer Stadtteil Ebersdorf. Seitdem ist er ein zentraler Treffpunkt vieler Anwohner, aber Ende des Jahres wird er geschlossen.

Das kleine Geschäft ist eine der wenigen Einkaufsmöglichkeiten in der nordöstlichen Gemeinde Ebersdorf. Die Inhaberin Kristine Lehmann erfüllte sich 1996 zusammen mit ihrem Mann den Traum vom eigenen kleinen Kaufmannsladen in Ebersdorf. Peter Lehmann baute die ehemalige Garage des eigenen Hauses selbst aus und gemeinsam steckte das Ehepaar viel Herzblut in das Projekt, investierte Zeit und Geld und eröffnete seinen Laden auf der Mittweidaer Straße 46.

Doch nun, nach 22 Jahren, scheint ihr Traum vorerst ausgeträumt zu sein, denn die Lehmanns werden ihr Geschäft zum Ende des Jahres schweren Herzens schließen. Für viele Ebersdorfer in der Umgebung geht dadurch aber einiges mehr verloren als eine reine Einkaufsmöglichkeit. Besonders für die ältere Generation des Ortes wurde der Kaufmannsladen seit vielen Jahren zu einem wichtigen Treffpunkt im Stadtteil. Neben den Frühstücksbrötchen am Wochenende finden die Kunden dort auch immer ein freundliches Lächeln, ein offenes Ohr und nette Worte der Betreiber. Bis vor einiger Zeit bot der Kaufmannsladen neben Backwaren, Zeitschriften, Haushaltsartikeln oder Gemüse auch einen Steh-Imbiss an. So konnten Anwohner bei einem Bier oder Kaffee die neusten Informationen austauschen oder in geselliger Runde beisammen sein. Mittlerweile ist Lehmanns Kaufmannsladen nur noch freitags und samstags geöffnet. Doch auch damit ist ab Ende des Jahres Schluss.

„Es ist wirklich schade und ich bedaure es sehr“, berichtet eine langjährige Kundin. „Meine Sachen bekomme ich immer hier. Ansonsten gibt es keine weitere Möglichkeit für kleine Einkäufe, ohne mit dem Auto zu fahren.“ Auf der anderen Seite scheinen jedoch genau das viele der dortigen Anwohner zu tun. Laut Kristine Lehmann kommen immer weniger Kunden zu ihr und das sei einer der Gründe für die Schließung ihres Geschäftes. „Es geht ein Stück Tradition verloren, aber es kommt ja kaum noch jemand hier her. Am Anfang war alles noch ganz gut, aber die Leute gehen mittlerweile lieber in die großen Supermärkte.“, erklärt die Inhaberin. Aber nicht nur der starke Kundenrückgang sei ein Grund für die Schließung. Auch der gesundheitliche Aspekt von Kristine Lehmann spielt eine Rolle bei der Entscheidung.


Wir hatten schöne Zeiten, aber jetzt ist es nun mal vorbei.


,sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht.

Die Redaktion der Stadtteilzeitung BISS wünscht dem Ehepaar Lehmann für die Zukunft noch weitere schöne Zeiten, Gesundheit und alles Gute.

Steve Drewitz


http://www.buemue12.de/index.php?id=18


Dieser Artikel erschien im Stadtteilmagazin “BISS”.

Download der Ausgabe 6 / 2018

Related posts
Regionales aus ChemnitzStadtteilmagazin BISS

Gemeinsam für Kinder und Jugendliche in Chemnitz Nord-Ost

Kunst und KulturRegionales aus ChemnitzStadtteilmagazin BISS

„Meine Kindheit in Chemnitz“

Regionales aus ChemnitzStadtteilmagazin BISS

Die Brühltürchen

Regionales aus ChemnitzStadtteilmagazin BISS

Kiez-Fest auf dem Brühl Boulevard

Sign up for our Newsletter and
stay informed

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: