BlogSelbstbewusstsein stärken

Selbstwert ist ein Wert, den Du Dir selbst zuschreibst

Es gibt ohne Zweifel schöne Menschen da draußen, die sich selbst für hässlich halten. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch weniger schöne Personen, die mit sich voll und ganz zufrieden sind und den Blick vom Spiegel nicht mehr abwenden können oder wollen.

Selbstwahrnehmung und das eigene Selbstbewusstsein ist in vielen Fällen eine der Ursachen für die unterschiedlichen Sichtweisen verschiedener Menschen auf sich selbst. Soweit ist diese Tatsache nicht sonderlich schlimm. Kompliziert wird es aber, wenn die negative Sichtweise auf sich selbst so stark wird, dass man dadurch anderen Menschen – aber vor allem sich selbst – enorm im Weg steht! 

Wenn man sich selbst für hässlich hältst, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich diese negative Grundüberzeugung über einen längeren Zeitraum hinweg gefestigt hat und ein schwaches Selbstwertgefühl entstanden ist.

Je länger dieser Zustand andauert, desto tiefer sitzen diese Denkweisen und umso schwieriger wird es, diese wieder zu lösen. 

Doch es ist machbar!

Was genau ist denn Selbstbewusstsein und Selbstwahrnehmung?

Anders als bei Tieren hat jeder von uns die Fähigkeit, sich selbst einzuschätzen oder wahrzunehmen.

Wir haben somit ein ganz bestimmtes Bild oder ein spezielles mentales Konzept von uns selbst vor Augen. Dabei nehmen wir uns als Persönlichkeit wahr und sind uns unserer Individualität bewusst. Diese Fähigkeit ist ein Teil des sogenannten Selbstbewusstseins.

Wir haben aber auch die Fähigkeit, Dinge zu vergleichen und ganz bewusst zu bewerten. Genau dieser Punkt hilft uns dabei, Entscheidungen zu treffen. Die Fähigkeit, zu bewerten, kann aber auch zu einem großen Problem werden. Nämlich dann, wenn wir nicht nur alles um uns herum, sondern auch uns selbst bewerten. Wir vergleichen uns oftmals mit anderen Menschen und schätzen uns dementsprechend selbst ein.

Und hier beginnt das Problem vieler Menschen, die sich selbst nicht gut genug finden.

Sobald wir auch nur ein kleines bisschen kräftiger gebaut sind als andere, fühlen wir uns fett und in Folge dessen oftmals auch hässlich.
Gerade Frauen sind bei diesem Thema sehr anfällig und geraten oft in die Versuchung sich selbst mit anderen zu vergleichen. Frauen, die nicht dem gängigen deutschen Schönheitsideal aus TV und Zeitschriften entsprechen, fühlen sich in ihrer Haut nicht mehr wohl.

Meist vergleichen wir uns aber auch nicht mit den Menschen, die in irgendeiner Weise schlechter abschneiden würden als wir selbst, weil sie noch dicker oder hässlicher sind als wir. Nein! Wir wählen zum Vergleich blöderweise meistens jemanden aus, der nach unserer Auffassung besser, hübscher oder erfolgreicher ist und schneiden bei einem solchen Vergleich selbstverständlich schlecht ab! 

Was es bedeutet, ein niedriges Selbstbewusstsein zu haben

Menschen, die ein niedriges Selbstbewusstsein haben, sehen sich selbst generell und andauernd in einem negativen Licht. Sie vergleichen sich kontinuierlich mit Menschen, die besser sind als sie und fühlen sich im direkten Vergleich zu diesen dann als minderwertig an und haben das Gefühl wertlos und unbeliebt zu sein. Oftmals äußert sich dies über eine Unzufriedenheit mit ihrem Äußeren. Sie finden sich z.B. zu fett und zu hässlich oder unattraktiv. Menschen mit niedrigem Selbstbewusstsein halten sich jedoch oftmals auch für Versager und wissen ihre wahren Fähigkeiten nicht zu schätzen. Statt eine realistische Einschätzung zu schaffen, fühlen sie sich nicht intelligent, witzig oder erfolgreich genug.

Jeder Mensch hat mindestens einmal im Leben so oder ähnlich über sich gedacht. Und das ist auch völlig normal! Wenn man allerdings öfter so über sich denkt und sich als Person in Frage stellt, dann wird es höchste Zeit, sich um dieses Denkweise zu kümmern und selbst etwas dagegen zu tun. Denn Menschen, die ein niedriges Selbstbewusstsein haben, denken generell negativ über sich selbst. Sie haben grundlegende negative Überzeugungen über sich und halten diese Überzeugungen für die absolute Wahrheit.

Und das hat meist gravierende negative Auswirkungen auf ihr Leben!

Wie ein niedrige Selbstbewusstsein das Leben beeinflusst

Ich bin dumm, fett und hässlich!

So negativ über sich selbst zu denken, verschlechtert nicht nur die eigene Laune, sonder kann auch weiterreichende Konsequenzen haben. Beispielsweise auf die eigene Leistungsfähigkeit. Wer ein niedriges Selbstbewusstsein hat, traut sich selbst weniger zu, ignoriert seine Stärken und nutzt viel seltener seine Chancen. Wer nicht an sich selbst glaubt, macht seltener Schritte nach vorn und ist weniger bereit, Neues zu erlernen. Und somit verpasst man viele tolle Möglichkeiten im Leben. Menschen mit einem niedrigen Selbstbewusstsein meiden oftmals Herausforderungen, weil sie nicht glauben, diese auch bewältigen zu können. Oftmals trauen sie sich nicht, einen ungeliebten oder sogar verhassten Job aufzugeben und nach einer neuen Herausforderung  zu suchen.

Wer diesen Schritt dennoch geht und eine Veränderung in Angriff nimmt, gibt leichter wieder auf.
Bevor die anderen mich kritisieren, kritisiere ich mich lieber selbst!

Mit einem niedrigen Selbstbewusstsein beschuldigt man sich auch  oft selbst. Man versucht somit der Kritik anderer Menschen einen Schritt voraus zu sein. Solche Menschen mögen es nicht, gelobt zu werden und reden ihre eigenen Verdienste oftmals klein. Auch wenn der Erfolg noch so groß ist! In Reaktion auf Lob erzählen sie über ihre Fehler oder über etwas, das nicht gut gelaufen ist, um sich selbst wieder klein zu reden.

Ein niedriges Selbstbewusstsein kann aber auch Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Solche Menschen fühlen sich öfter schlecht, haben vor vielen Sachen Angst, sind niedergeschlagen oder haben eine pessimistische Einstellung zum Leben.

Sie arbeiten oft sehr hart, weil sie denken, dass sie ihre vermeintlichen Nachteile mit den wenigen vorhandenen Fähigkeiten ausgleichen müssten. Wenn sie dennoch Erfolge erzielt haben, schreiben sie es oft dem Zufall oder einer großen Portion Glück zu. Sie glauben nicht, dass Erfolg aufgrund ihrer Fähigkeiten, positiver Eigenschaften oder Leistung zustande gekommen ist, sondern ohne ihr zutun hätte genauso gut stattfinden können.

Sie können sich schlecht für sich selbst einsetzen und eigene Interessen verteidigen. Sie sind oftmals Mobbingopfer in der Schule oder auf der Arbeit und  bemühen sich deshalb sehr, es anderen Menschen um jeden Preis Recht zu machen und unternehmen alles, um sich bei anderen zu profilieren.

Menschen mit einem niedrigen Selbstbewusstsein neigen auch öfter zu Alkohol- oder Drogenmissbrauch. Sie trauen sich nicht, etwas in ihrem Leben zu verändern und reagieren innerlich oder äußerlich scharf auf Kritik. Sie sind gestresst, verärgert oder völlig verunsichert bei jeder negativen Bemerkung. Im privaten Leben sind Menschen mit niedrigem Selbstbewusstsein sehr schüchtern und vermeiden Kontakte und Intimität mit anderen. Sie haben Angst, abgelehnt zu werden, wenn man sie besser kennen lernt. Auch in Sport und Freizeitaktivitäten ziehen sie sich zurück, vor allem, wenn es um Wettbewerb oder Vergleich mit den anderen geht. Sie meiden jede Aktivität, bei der es zu einer Beurteilung oder Bewertung kommen könnte.

Menschen mit schwachem Selbstbewusstsein kaufen sich nur ungern neue Kleidung, weil sie sich fett und hässlich finden und denken, dass keine Kleidung es verbessern kann. Sie tragen auch seltener außergewöhnliche, individuelle Schnitte oder Farben, weil sie nicht auffallen möchten.Manche Menschen mit schwachem Selbstbewusstsein wiederum achten penibel auf ihr Äußeres, um die vermeintlichen Nachteile auszugleichen. Sie achten auf jedes Detail in ihrer Kleidung und Frisur und erlauben sich keinen Fauxpas, um nicht negativ aufzufallen.

Das negative Selbstbild wird jeden Tag aufs Neue gefüttert

Wie entstehen in uns diese Selbstzweifel und das geringe Selbstwertgefühl? Die negativen Grundüberzeugungen entstehen meist in der frühen Kindheit oder in der Pubertät. Meistens auf Basis  negativer Erfahrungen. Gerade im Kindesalter werden viele Grundsteine für die Zukunft gelegt. Kinder suchen in erster Linie jeden Grund bei sich selbst. Jede negative Erfahrung wird mit einem falschen Verhalten oder einer anderen Tatsache begründet, die das Kind selbst betrifft.  Als Kind versuchen wir also uns negative Erfahrungen so zu erklären, dass etwas an uns nicht stimmt und kommen zu Überzeugungen wie: „Ich bin so hässlich“, „Ich bin so blöd“, „Ich bin nicht liebenswürdig“ und/oder „Ich bin ein Versager“.

Auch obwohl diese negativen Erfahrungen mehrere Jahre zurückliegen und wir mittlerweile sagen können, dass diese nicht immer durch uns verursacht sonder evtl. die Eltern oder andere Tatsachen hervorgerufen wurden, werden sie in unserem späteren Leben beibehalten und beeinflussen Tag für Tag unser Verhalten. Wie wir uns selbst und unsere Umwelt sehen, wie wir uns verhalten und wie wir auf die alltäglichen Situationen in unserem Leben reagieren – das alles hängt davon ab, welche Überzeugungen wir als Kind über uns selbst entwickelt haben.

Und jetzt wird es noch komplizierter, denn all diese gegenwärtigen Verhaltensweisen dienen in Zukunft dazu, dass wir unsere negativen Einstellungen beibehalten und immer weiter festigen.

Was passiert da eigentlich im Gehirn?

Wir Menschen müssen eine enorme Anzahl von Informationen verarbeiten, um zu überleben und zurechtzukommen. Unser Gehirn muss alles auswerten, was wir sehen, hören, fühlen, schmecken und was in unserem Inneren passiert. Tagtäglich rund um die Uhr!

Um mit der Verarbeitung so vieler Eindrücke fertig zu werden, hat unser Gehirn sich als Erleichterung bestimmte Algorithmen angelegt. Diese Algorithmen legen fest, welche Informationen bevorzugt bearbeitet werden sollten und in welche Richtung unsere Aufmerksamkeit gelenkt wird. Wie eine Art Filter sortiert das Gehirn, was wir für wichtig halten, was wir über uns und über die Welt denken und wie wir auf die Situationen reagieren.  

Kurz gesagt: Unser Gehirn merkt sich unsere Erwartungen und  Überzeugungen und lenkt seine Aufmerksamkeit bevorzugt auf die Dinge, die es erwartet und verarbeitet es in der Art und Weise, die unseren Überzeugungen entsprechen.

Wenn ein Mensch mit einem guten Selbstbewusstsein einen Fehler macht, tut er diesen höchstwahrscheinlich als menschlich ab und gut. Eine Person mit geringem Selbstwert hat aber die Überzeugung, dass er ständig versagt und sowieso nie etwas hinbekommt. Sein Gehirn erwartet regelrecht, dass etwas nicht klappt, damit es das altbekannte Label „Versager“ verwenden kann.
Die bekannten Informationen sind für unser Gehirn leichter zu verarbeiten, die bekannten Reaktionen leichter auszuführen. 

Das führt dazu, dass wir uns bevorzugt an die Dinge erinnern oder auf die Dinge konzentrieren, die unseren Erwartungen und unseren Einstellungen entsprechen. Unabhängig davon, ob diese Einstellungen positiv oder negativ sind. 

Ein Mensch, der sich selbst hässlich findet, bemerkt ausschließlich unschöne Details an seinem Körper. Ein Mensch, der sich selbst als Versager sieht, achtet ausschließlich auf Fehlschläge. Dadurch festigt sich das Gefühl wertlos zu sein und der Selbstwert wird geringer.

Selbstbewusstsein aufbauen und aus dem Hamsterrad entfliehen

Ein schwaches Selbstwertgefühl hat also die Wurzeln in der Vergangenheit als Kind? Und man kann das Geschehene nicht mehr ändern? Die negativen Grundüberzeugungen sind bereits entstanden und haben sich im Laufe der Jahre verfestigt? Das Gehirn achtet eh nur auf das, was es erwartet? Das bedeutet es wird auf ewig so weiter gehen?

Nein! 

Das tägliche Verhalten, dass dazu führt, dass das Gehirn diese Algorithmen nutzt und das die negativen Überzeugungen aufrechterhält, passiert in der Gegenwart! Das ist etwas, das man ändern kann!

Du kannst die Art und Weise, wie Du über Dich selbst denkst, verändern. Du kannst dein Verhalten ändern und dein schwaches Selbstbewusstsein stärken. Es ist aber wichtig, dass du fest entschlossen bist, Tag für Tag deine dysfunktionalen Gedanken und Dein dysfunktionales Verhalten zu bekämpfen.

In dieser Blogreihe soll es darum gehen, wie Du Dein Selbstwertgefühl Stück für Stück aufbauen kannst, um eine  gesunde Selbsteinschätzung tätigen zu können. 

Dazu ist es wichtig zu erkennen und zu verstehen, dass DU SELBST dafür verantwortlich bist, ein glückliches Leben zu führen. 

SELBSTWERT IST EIN WERT, DEN DU DIR SELBST ZUSCHREIBST! 

Und dieser Wert sollte unabhängig von anderen Menschen getroffen und definiert werden!

Gerade für “Opfer” von narzisstischen Beziehungen (wie ich es in der Blogreihe zum Thema Narzissmus schreibe)  ist es wichtig, sich selbst wieder ins Leben zu kämpfen und sich von Meinungen anderer Menschen zu lösen. Sich selbst wieder wertvoll und als eigenständige, liebenswerte und vor allem wertvolle Person zu betrachten! 

Aber auch für diejenigen unter Euch, die mit sich selbst unzufrieden sind und glauben im Leben nichts erreicht zu haben oder sich als nicht wertvoll zu betrachten, möchte ich diese Reihe ans Herz legen und zum Weiterlesen animieren. 

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